WGT Tagebuch #1

 Es ist Freitag der 29.05.2009 14:51 und wir stehen bei Jena im Stau. Okay, nutzlose Information in einem Blogeintrag aber bisher ist noch nicht viel mehr passiert auf unserer Reise zum 18. Wave-Gotik-Treffen in Leipzig. Obwohl, nein, das stimmt nicht. Auf dem Weg zum ersten Etappenziel, Erfurt, habe ich ein paar nette Tramper, welche eigentlich nach Berlin wollten, aber in Würzburg gelandet sind, mitgenommen.

Jedenfalls möchten meine bessere Hälfte und Ich dieses Jahr zeitnah ein paar Eindrücke vom Jahreshighlight der Gothicszene bloggen. Im Moment hält sich die Begeisterung ob des Staus ein wenig in Grenzen, aber heute Abend gibt sich „Die Form“ die musikalische Ehre. Selbst wenn es keinen anderen Grund gäbe zum WGT zu wollen, das ist ein triftiger. Blöderweise in einer Location die dafür bekannt ist für solche Acts vollkommen unterdimensioniert zu sein. Genug, aber nicht zuviel, im vorfeld trinken empfiehlt sich.

Leider habe ich wie immer keine Photoakkreditierung erhalten, deshalb wirds wohl nur ein paar Bilder vom ganzen „drumherum“ geben.

17:28 Uhr

Endlich eingecheckt und Zimmer bezahlt. Der Sparkassenautomat in der Nähe der Agra hat das ganze ein wenig verzögert. Nun geht es auf zur nächsten Hürde: Den Festival Bändchen. Blöderweise wurde die Ausgabe am Werk II dieses Jahr wegrationalisiert und meine Spähtrupps haben mich vorgewarnt dass die Schlangen lang sind.

Als erstes Konzert ist Tyske Ludder angepeilt. Aber Hauptsächlich damit wir früh genug im Werk II sind für Die Form. Wir werden sehen. Aber erstmal das Pflichtprogramm absolvieren.

00:41

Wir sind zurück aus dem Werk II, zwischenstopp im Zimmer um ein Bier zu tanken und den Blog zu aktualisieren. Gesehen und gehört haben wir in dieser Reihenfolge:

 

Tyske Ludder
Henke
Sara Noxx and Friends
Die Form

Im Vorfeld haben wir dann doch recht schnell unsere Bändchen bekommen, da sich unsere liebe Anja in die Schlange gestellt hat. Und die war wirklich lang.

Dafür war vorm Werk II wieder Schlange stehen angesagt. Irgendwie war die Organisation des Einlasses noch nicht ganz so wie es sein sollte. Aber ich bin ja eigentlich geduldig und die Freude auf das Konzerthighlight haben mich animiert weiter durchzuhalten. Während der ersten Konzerte war ich mir dann aber nicht so richtig sicher ob sich das gelohnt hat, denn die Tontechnik war, mit verlaub, mist. Übersteuert und vollkommen disharmonisch. Ein erster Minuspunkt.
Zweites Problem war die Tatsache dass man, egal wo man steht, immer im Weg ist. Alles ist im Fluss. Und die Konzertbesucher auch. Fluktuieren wie Atome in einem Gas. Irgendwann nervt es. Etwa um 23.00 begann dann Die Form seine Performance, offensichtlich mit eigener Tontechnik. Eine ganz andere Qualität. Nicht nur technisch. Während Sara Noxx trotz zahlreicher Gastmusiker (von Letzte Instanz, Gothica, Tyske Ludder und Feindflug) überwiegend immer gleich klang, wurde der Abend von einer wirklich gelungenen Darbietung gekrönt. Auch wenn man von der akrobatischen Tänzerin nicht wirklich viel gesehen hat weil sich die großen Menschen in den ersten Reihen positioniert haben und zuguterletzt auch noch ständig ihre Handys und Silberknipsen in die Luft gehalten. Leidlicher Nebeneffekt der Massenware Digicam.

Eine schöne Erinnerung an vergangene Zeiten bot Oswald Henke. Auch wenn da technisch auch nicht alles geklappt hat, man fühlte sich doch wieder ein Stückchen jünger. Einfach schön. Und ich hatte schon befürchtet man sieht Herrn Henke eines Tages bei Eröffnungen von Shoppingmalls.

Jetzt gehts erstmal noch ein wenig in der Agra 4.2 zum Abtanzen. Ich melde mich dann später wieder und wünsche allen eine mehr oder weniger ruhige Nacht!

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