16. Wave – Gotik – Treffen

Es ist zwar inzwischen über 2 Wochen her, trotzdem möchte ich noch ein kurzes Review zum 16. Wave – Gotik – Treffen schreiben.

Anders als in den Jahren zuvor ging die Zeit bis Pfingsten verdammt schnell rum und ich hatte mir vorher eigentlich wenig Gedanken gemacht welche Bands ich denn nun unbedingt sehen muß. Auch die Frage der Unterkunft hat sich weitgehend selbst geklärt. Mit Vitamin B und Komissar Zufall haben wir noch ein hübsches Zimmerchen unweit der Agra Halle ergattern können und waren dadurch auch ziemlich Wetterunabhängig.

Also gings Freitag Nachmittag in Freiberg los. Nach ein bißchen mehr als einer Stunde sind wir auch relativ Widerstandsfrei in Leipzig angekommen. Am Hauptbahnhof haben wir dann erst einmal eine Mitfahrerin abgesetzt (bei der Gelegenheit: Schönen Gruß an Miri). In der Pension einchecken ging auch ziemlich schnell und so hatten wir noch ein wenig Zeit bis wir uns mit ein paar Freunden getroffen haben. Die erste geplante Aktion war essen gehen. Also ging es ersteinmal in McCormacks, ein wirklich netter Pub in Leipzig, in dem wir uns stärken konnten. Aber noch während wir in der Kneipe saßen, fing das Desaster an. Regen. Und zwar Alarmstufe Rot. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen den Abend bei der Lichtshow am Völkerschlachtdenkmal zu verbringen, aber der Anhaltende Regen hat uns die Lust darauf doch ausgetrieben. Laut Zeugenaussagen wäre es dort auch ziemlich voll gewesen. Naja, kein Verlust wie uns scheint.

Der Samstag war hauptsächlich zum schlenkern eingeplant. Zunächst einmal brauchte ich eine neue Sonnenbrille, da meine schöne Zipposonnenbrille durch einen Bruch am Gestell nur noch fürs Autofahren taugt. Außerdem wollten wir uns das Kinoprogramm im Rahmen des WGTs zu Gemüte führen. Da die Nachfrage jedes mal recht groß ist, mußten wir uns so früh wie möglich Karten für „Pans Labyrinth“ sichern. Danach ging es daran besagte Sonnenbrille zu kaufen. Als das auch abgehakt wurde, gings dann endlich in den Film. (Notiz an dieser Stelle: Ein wirklich genialer Film und eine echte Empfehlung wert!)
Nach guten 2h Stunden Kino, ging es dann wieder in die pralle Sonne in Richtung Mittelaltermarkt auf der Moritzbastei. Dort gab es das gleiche wie jedes Jahr. Mittelalteraccessoirs jeder Art und deftige Küche. Da wir nun auch ganz schönen Hunger hatten gabs dort auch gleich eine Mit Fleisch gefüllte Hanfbrottasche die äußerst schmackhaft war. Die restliche Zeit bis zum Akustik GIG von „ASP“ haben wir dann mit einem Bummel durch die Leipziger Innenstadt vertan. Wir haben uns schon gedacht dass es in der Kuppelhalle der alten Messe voll sein würde und so waren wir auch schon ein bißchen vor der Zeit da. Trotzdem war der eigentliche Konzertsaal brechend voll von Fans. So haben wir beschlossen es uns auf einem der Sofas gemütlich zu machen und dem Konzert aus sicherer Distanz zu lauschen. Eine gute Entscheidung denn schon dort stand die heiße Luft. Der restliche Abend verlief auch ohne große Aufregung mit einem Spaziergang durch die Messe in der Agrahalle. Dort gab es ebenfalls nicht wirklich viel neues zu sehen. Jede Menge hübsche und/oder skurile Klamotten, CDs und mehr oder weniger nützlichen Plunder. Mit dem Alter verliert man die Affinität dafür. Eigentlich wollte ich danach zu „Front 242“, trotzdem haben Susi und Ich draußen gestanden und mit einem Kumpel geplaudert. Das war auch schön und die letzten 5 Minuten von „Front242″ habe ich dann auch noch gesehen und gehört. Der Rest des Abends ging dann in der Disco in der Agra 4.2 von statten. Obwohl der DJ wohl noch nie etwas von Crossfading gehört hat, reichte es insgesamt aus das ich mir beim Zappeln 2 wirklich üble Blasen den Fuß gezaubert habe. Und so waren wir dann gegen 2 Uhr früh auch ganz froh in s Bettchen falle zu können.

Am Sonntag wollte ich dann doch ein paar Photos machen und so haben wir uns nach dem Frühstück wieder gen Agra begeben damit ich auch ein paar Bilder machen konnte. Die Konzentration von Hobbyknippsern mit größeren Kameras hat in den letzten Jahren beträchtlich zugenommen und so konnten einige stark gestylte Ladies und Gentlemen kaum 10m gehen ohne um ein Photo gebeten werden.

In der Agra habe ich mir dann doch auch noch etwas gekauft. Eine Vinyl Single von Rammstein/Front242. Am Abend ging es dann zum großen Auftritt von „ASP“ der sich wirklich sehr gelohnt hat. Die große Agrahalle war brechend voll und die Menge gut gelaunt. Die „69 Eyes“ hatten es danach schon deutlich schwerer die Stimmung zu halten, aber es gelang ihnen im großen und ganzen auch mit einem nett-schrulligen Auftreten im Alice Cooper Look.

Der Montag war dann auch erst ab dem Abend interessant, und so haben wir kurzerhand beschlossen den Nachmittag wieder im Kino zu verbringen. Diesmal allerdings nicht im WGT Rahmen, was sich auch preislich bemerkbar machte. „Fluch der Karibik 3“ war zwar tricktechnisch imposant und mit einigen wirklich gut sitzenden Gags, aber geschnitten wurde er wahrscheinlich von einem blinden Praktikanten. Nach dem Kino haben wir dann unser bereits beladenes Auto abgeholt (das Zimmer mußten wir ja schon vormittags räumen) ging es dann zum Kohlrabizirkus, in den man dieses mal wesentlich schneller reinkam als letztes Jahr zu Feindflug, wo ich dann resigniert umgedreht bin. Im Kohlrabizirkus spielte gerade „Dive„. Ein einzelner Mann hüpfte wie vom Affen gebissen zu rythmischem Lärm über die Bühne, was nicht ganz unser Fall war. „Heimataerde“ war dagegen schon eher etwas für mich. Ich fand ja die beiden Alben schon recht gut, doch live bekam man die Truppen in Ritterrüstungen zu gesicht. Leider war der Gig nicht sonderlich gut ausgesteuert, was den Eindruck doch etwas geschmälert hat. Aber der krönenden Abschluß stand ja erst noch bevor, denn auf „Dismantled“ habe ich ja schon seit Jahren gewartet. Und ich wurde nicht enttäuscht. Endlich hatte es Gary Zon und seine Live Truppe auch einmal nach Deutschland verschlagen und da es laut eigener Aussage das größte Publikum war vor dem er bis dato gespielt hat, haben sie auch ordentlich aufgedreht und die 40min genutzt um uns den Staub aus den Klamotten zu pusten. Jeder Song hat gesessen und am Ende mußte ich feststellen, das 40min viel zu kurz sind für so einen klasse Gig. Ich hoffe sehr dass das nicht das letzte gewesen ist was ich von Dismantled in Deutschland gesehen habe. Wens interessiert, hier gibts einen (qualitativ recht dürftigen) Videoclip vom Opener des Konzerts.

Eine andere Galerie die ich an dieser Stelle empfehlen möchte ist diese hier: yesternight.pl Ganz am Ende sind auch Photos vom Dismantled Konzert dass die Atmosphäre ganz gut wiedergibt.

Alles in allem war es wieder ein schönes Erlebnis und ich bereue es nicht wieder hingefahren zu sein. Ich würde gern auch nächstes Jahr wieder dabei sein. Über die negativen Seiten des WGT 2007 kann ich nicht viel sagen da ich davon nichts mitbekommen habe. Trotzdem hoffe ich dass die Ausschreitungen ein Einzelfall waren und das WGT seinen Ruf als friedliches Festival behalten kann.

12. Juni 2007 in other

1 Kommentar

  1. Beetlesus - 19. Juni 2007 um 19:44

    Crossfading … *lol* Ja, da muss einer noch etwas üben.

    Ich fand das WGT dieses Jahr auch sehr schön. Die Konzerte waren super und alten Freunde wieder zu treffen ist immer toll.

    Das Dismantled Video kann man qualitativ zwar voll vergessen, aber es weckt die Erinnerung an einen wunderbaren Abend im Kohlrabizirkus. Das Konzert war schließlich unser letztes bevor wir wieder in den Alltag zurück nach Hause gefahren sind.
    Ich bin mir fast sicher, dass Gary Zon und Co. wieder nach Deutschland kommen. Wenn es ihnen so gut gefallen hat und sie vor ihrem bisher größten Publikum gespielt haben … Die Amis verstehen einfach nichts von guter Musik. Die sind einfach noch nicht so weit …

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